Herzhelfer Sonderausgabe: Der Herz-Report 2020

Gut 165.000 Menschen haben seit Beginn unserer Initiative ihr Herzalter auf www.herzalter-bestimmen.de bestimmt. Dass wir mit unserer erst gut 500 Tage jungen Initiative schon eine so große Menschenmenge über ihre Herzgesundheit informieren durften, darüber freuen wir uns sehr. Wie schon im letzten Jahr haben wir den Weltherztag am 29. September zum Anlass genommen, um eine Zwischenbilanz von „Deutschland bestimmt das Herzalter!“ zu ziehen.
Welche spannenden Erkenntnisse wir dabei gewonnen haben, liest Du in unserer aktuellen Sonderausgabe des Herzhelfers nach. Du hast unseren kostenlosen Herzhelfer noch nicht abonniert? Dann klicke hier und hole das schnell nach! Du erhältst dann zu Beginn jeden Monats eine Mail, sobald der neue Herzhelfer online gegangen ist und kannst ihn Dir downloaden. Die bisherigen Herzhelfer-Ausgaben stehen Dir außerdem sofort zum Download bereit.
Jetzt haben wir aber wirklich genug geschrieben. Am besten schaust Du selbst in unser Reporting und machst Dir ein Bild von der Lage. Hier geht's zum Reporting 2020. Viel Spaß beim Durchklicken!
Du hast Dein Herzalter noch nicht bestimmt? Hier geht’s zum Herzalter-Test. Den Test findest Du außerdem in unserer APPzumARZT, einer Gesundheitsapp, die wir gemeinsam mit der Felix Burda Stiftung entwickelt und mit Unterstützung von iteratec kürzlich überarbeitet haben. Die App erinnert dich als digitaler Gesundheitsmanager an all Deine Vorsorgetermine inklusive Impfungen.
Herzgesunde Bewegung: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Herzgesunde Bewegung - was heißt das genau?
Ob Planschen im See, Halbmarathon-Vorbereitung oder der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad – Bewegung ist herzgesund. Alltagsaktivitäten wie die Treppe statt den Aufzug zu nehmen zahlen genauso auf Dein „Gesundheitskonto“ ein wie das ambitionierte Training als Hobbysportler. (einen ausführlichen Blogbeitrag über Bewegung im Alltag findest Du hier) Das haben Experten in den letzten Jahren immer wieder deutlich gemacht.
Wichtig ist vor allem, dass Du langes Sitzen vermeidest bzw. durch kurze Bewegungspausen regelmäßig unterbrichst (wenn Du wissen willst, was es mit dem Mythos „10.000 Schritte am Tag“ auf sich hat, findest du die Antwort hier). Ansonsten gilt: Je vielfältiger, desto besser. Das heißt: Am besten kombinierst Du verschiedene Bewegungsformen und Intensitäten. Krafttraining sollte im besten Fall zweimal wöchentlich auf dem Programm stehen.
Wie viel Sport ist (herz-)gesund?
Um Deine Gesundheit zu erhalten und bestmöglich zu fördern, solltest Du als Erwachsener:
- mindestens 150 Minuten (das sind 2,5 Stunden) pro Woche Deine Ausdauer trainieren, und zwar so, dass Du Dich sportlich aktiv fühlst, aber nicht komplett verausgabst.
- ODER 75 Minuten pro Woche (das sind 1,25 Stunden) mit hoher Intensität Ausdauersport treiben, also so, dass Du danach ziemlich kaputt bist.
- ODER beide Intensitäten für 75 bis 150 Minuten wöchentlich kombinieren.
Am besten ist es, wenn Du Deine aktive Zeit auf mehrere Tage verteilst. Deine Einheiten sollten dann jeweils mindestens 10 Minuten lang sein.
Dazu passt die Empfehlung der amerikanischen Fachgesellschaften, sich für einen optimalen Herzschutz drei- bis viermal pro Woche jeweils circa 40 Minuten mit mittlerer oder hoher Intensität zu bewegen.
Achtung: Wenn Du Vorerkrankungen hast, die Dir die Bewegung erschweren oder Dich schwächen, solltest Du unbedingt mit Deinem Arzt sprechen, bevor Du Dir sportliche Höchstleistungen vornimmst. Auch wenn Du bis dato keinen Sport gemacht hast, sprichst Du am besten mit Deinem Arzt vorher über Möglichkeiten, Deinen Körper langsam an die Belastung zu gewöhnen.
Lohnt sich Bewegung für mein Herz?
Das ist eine rhetorische Frage, oder? Und wie sich Bewegung für Dein Herz lohnt! Regelmäßige körperliche Bewegung kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu einem Drittel senken. Laut amerikanischer Fachgesellschaften hat Bewegung auch einen positiven Einfluss auf verschiedene Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa die Blutlipide oder den Blutdruck (hier geht’s zu unserem Neues aus der Wissenschaft-Artikel über Sport und Bluthochdruck). Kurzum: Bewegung wirkt sich in der Regel positiv auf Deinen gesamten Organismus aus –auch auf Dein Immunsystem. Das ist in der aktuellen Zeit wichtiger denn je. Wie Du im Falle einer COVID-19-Erkrankung sogar von einer guten körperlichen Fitness profitieren kannst, kannst Du in diesem Blogbeitrag nachlesen.
Du möchtest mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe von Bewegung und Herzgesundheit wissen? Du brauchst Tipps, wie Du Dich auf ein bewegungsreiches Leben vorbereitest und dieses am besten umsetzt? Du willst wissen, was Du als übergewichtiger Mensch beachten solltest, wenn Du sportlicher werden möchtest? Die Antworten auf alle Deine Fragen findest Du hier.
Quellen
Assmann-Stiftung für Prävention (2020): Bewegung. Online unter https://www.assmann-stiftung.de/bewegung/
Assmann-Stiftung für Prävention (2019): Sport mit ähnlicher Wirkung wie Medikamente gegen den Bluthochdruck [288]. Online unter https://www.assmann-stiftung.de/sport-mit-aehnlicher-wirkung-wie-medikamente-gegen-den-bluthochdruck-288/
American Heart Association (2017): Why is physical activity so important for health and wellbeing? Online unter https://www.heart.org/en/healthy-living/fitness/fitness-basics/why-is-physical-activity-so-important-for-health-and-wellbeing
American Heart Association (2018): How much physical activity do you need? Online unter https://www.heart.org/en/healthy-living/fitness/fitness-basics/aha-recs-for-physical-activity-infographic
A. Rütten & K. Pfeifer (2016): Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung. Online unter https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/B/Bewegung/Nationale-Empfehlungen-fuer-Bewegung-und-Bewegungsfoerderung-2016.pdf
Wenn die Milch Bauchschmerzen macht

Herzgesund essen trotz Laktoseintoleranz
Egal wo Du etwas über eine herzgesunde Ernährung liest: Früher oder später werden dabei immer die fettarmen Milchprodukte genannt. Auch in unserem Blogbeitrag, in dem wir Dir die Frage beantworten, wie eine gesunde Ernährung wirklich im Alltag funktioniert. Aber was tun, wenn Dir nach dem Verzehr von Joghurt, Milch und Co. der Bauch schmerzt und es für Dich gar nicht schnell genug auf die Toilette gehen kann?
Dann gehörst Du wahrscheinlich zu den 15 bis 20 % der deutschen Bevölkerung, die an einer Laktoseintoleranz leiden. Das bedeutet, dass Dein Körper den Milchzucker (Laktose), der in allen Milchprodukten vorkommt, nicht verdauen kann. Normalerweise wird die Laktose im Dünndarm von dem fast gleichnamigen Enzym „Laktase“ gespalten. Wenn Du eine Laktoseintoleranz hast, produziert Dein Körper allerdings nur noch sehr wenig Laktase. Diese reicht in der Regel nicht aus, um die in den Milchprodukten enthaltene Laktose aufzuspalten.
Die Folge: Die Laktose gelangt in Deinen Dickdarm und wird dort zu Milchsäure, Essigsäure und Kohlendioxid abgebaut. Das kann sich bei Dir zum Beispiel als Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung äußern.
Warum Du keine Laktose (mehr) verträgst
Als Säugling ist die Muttermilch unsere einzige Nahrung. Weil sie viel Laktose enthält, produzieren auch die allermeisten Säuglinge genug Laktase, um diese zu verdauen. Im Laufe der ersten Lebensjahre hören wir auf, Muttermilch zu trinken. Daran ist unser Körper angepasst. Deshalb kann es sein, dass er seine Laktaseproduktion deutlich zurückfährt und Dir nur noch wenig Laktase zur Verfügung steht. . Dass der Mensch es sich mittlerweile zur Gewohnheit gemacht hat, die Muttermilch einer anderen Spezies, nämlich in der Regel die der Kuh, zu trinken, ist nicht in unseren Genen verankert. Deshalb werden nicht wenige Menschen im Laufe ihres Lebens laktoseintolerant.
Es kann auch sein, dass Du in Folge einer Erkrankung des Magen-Darm-Traktes (z.B. nach einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung) laktoseintolerant wirst oder es vielleicht schon von Geburt an bist. Letzteres ist allerdings extrem selten.
Tipps und Tricks für laktoseintolerante Menschen
Du hast von Deinem Arzt die Diagnose „Laktoseintoleranz“ erhalten, ggf. sogar bestätigt durch einen Atemtest? Dann heißt es erstmal: aufatmen! Eine Laktoseintoleranz ist heutzutage kein Problem mehr. Es gibt viele Alternativen bzw. Möglichkeiten, trotzdem beschwerdefrei laktosehaltige Milchprodukte zu essen. Hier kommen unsere besten Tipps:
- Als Bestandteil einer Mahlzeit sind Milchprodukte meist besser verträglich als wenn Du sie „pur“ isst.
- Viele Milchprodukte sind von Natur aus laktosefrei, zum Beispiel, wenn sie lange gereift sind. Der bekannteste Vertreter ist Hart- oder Schnittkäse. Auch Butter enthält nur noch geringe Mengen Laktose. Oft steht auf den Verpackungen der Lebensmittel, wenn sie laktosefrei oder -arm sind.
- Es gibt mittlerweile eine Reihe an Milchprodukten, die extra für laktoseintolerante Menschen produziert werden und somit laktosefrei sind. Frag‘ einfach mal in Deinem Lebensmittelgeschäft nach!
- Sauermilchprodukte wie Buttermilch oder stichfester Joghurt sind oft auch für laktoseintolerante Menschen gut verträglich. Probieren geht über studieren!
- In der Drogerie oder in der Apotheke kannst Du Laktasetabletten kaufen und diese einnehmen, wenn Du zum Beispiel im Restaurant laktosehaltige Produkte essen möchtest.
Generell gilt: Eine Laktoseintoleranz ist individuell sehr unterschiedlich. Am besten sprichst Du mit Deinem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft darüber, wie Du Dich in Zukunft ernähren solltest. Das Wichtigste ist natürlich, dass Du keine Schmerzen oder andere Beschwerden hast. Allerdings ist es auch sinnvoll, regelmäßig kleinen Mengen Laktose zu essen, damit Dein Körper weiterhin dazu motiviert wird, Laktase zu produzieren. Oft schaffen es laktoseintolerante Menschen so, ihren Darm zu trainieren und sich weitgehend normal zu ernähren.
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2011): Essen und Trinken bei Lactoseintoleranz. Presseinformation, 5/2011. Online unter https://www.dge.de/uploads/media/DGE-Pressemeldung-aktuell-05-2011-Lactoseintoleranz.pdf
Bundeszentrum für Ernährung (2020): Laktoseintoleranz. Nicht alle Milchprodukte unverträglich. Online unter https://www.bzfe.de/inhalt/laktoseintoleranz-29171.html
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2018): Laktoseintoleranz. Online unter https://www.gesundheitsinformation.de/laktoseintoleranz.2113.de.html
Machen Fertiggerichte alt?
Franziska Schiewe
Gehörst Du auch zu den Menschen, die hin und wieder gerne zu Fertigprodukten greifen? Wenn der Arbeitstag zu lang war oder plötzlich schon wieder Sonntag ist und die Supermärkte geschlossen sind, sind die Ready-to-eat-Mahlzeiten manchmal einfach zu verlockend und praktisch.
In unserem ersten Beitrag zu Fertiggerichten hast Du schon gelesen, dass diese Produkte meist hoch verarbeitet sind und entsprechend nicht zu den gesündesten Vertreter aus dem Supermarkt zählen. Denn, auch das hast Du sicherlich schon in unserem ersten Blogbeitrag zu dem Thema gelesen: Wer zu viel von den hoch verarbeiteten Lebensmitteln und Mahlzeiten isst, der kann gesundheitliche Schäden davon tragen.
Die Vermutung, dass ein übermäßiger Verzehr von Fertigprodukten sogar Lebensjahre kosten kann, wurde kürzlich in einer spanischen Studie erneut bestärkt. Dabei untersuchten die Forscher den Zusammenhang zwischen dem Verzehr hoch verarbeiteter Lebensmittel und die Wahrscheinlichkeit für kurze Telomere (1).
Was sind Telomere?
Gute Frage! Du hast sicherlich schon mal von Chromosomen gehört. Chromosomen sind die Träger unserer genetischen Information, also unserer DNA. Chromosomen haben eine X-Form. An den vier Enden jedes X, also jedes Chromosoms, liegen Kappen, sozusagen zum Schutz unserer DNA. Diese Kappen der Chromosomen werden als Telomere bezeichnet. Nun weißt Du bestimmt auch, dass unser Körper sich dauerhaft erneuert – jede Sekunde werden neue Zellen gebildet und alte Zellen sterben ab. Der Prozess dahinter nennt sich Zellteilung. In der Regel werden die Telomere, also die Kappen an den Enden der Chromosomen, bei Zellteilungen etwas kürzer.
Zurück zu der Studie: Das Forscherteam hat also untersucht, wie der Verzehr von Fertigprodukten und das Altern zusammenhängt. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass eine erhöhte Aufnahme hoch verarbeiteter Lebensmittel bei älteren Studienteilnehmern mit einem höheren Risiko verbunden war, kürzere Telomere zu haben. Das heißt praktisch: Ein hoher Konsum von Fertigprodukten könnte den Alterungsprozess beschleunigen. Die Betonung liegt hier allerdings auf „könnte“. Denn: In der Studie wurden die Personen nur zu einem Zeitpunkt beobachtet, aber nicht über einen längeren Zeitraum. Sie konnten daher nicht beobachten, dass viele Fertigprodukte die Alterung wirklich beschleunigten, sondern nur die Daten von einem Zeitpunkt analysieren.
Was heißt das für unseren Alltag? Im Prinzip bekräftigt die Studie nur das, was wir ohnehin schon aus anderen Forschungsarbeiten wissen: Fertigprodukte können, wenn man zu viel davon isst, das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen und möglicherweise sogar die Lebenszeit verkürzen (1-6). Das heißt aber nicht, dass wir Fertigprodukte komplett aus unserem Speiseplan verbannen müssen. Ausnahmsweise können Fertigprodukte ruhig mal auf dem Teller landen. Es ist wie immer bei Ernährung: Die Menge macht’s!
Quellen
(1) L. Alonso-Pedrero et al. (2020): Ultra-processed food consumption and the risk of short telomeres in an elderly population of the Sguimiento Universidad de Navarra (SUN) Project. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 111, Nr. 6, S. 1259-1266.
(2) B. Srour et al. (2019): Ultra-processed food intake and risk of cardiovascular disease: prospective cohort study (NutriNet-Santé). In: the bmj, Vol. 365, l1451.
(3) A. Rico-Campà et al. (2019): Association between consumption of ultra-processed foods and all cause mortality: SUN prospective cohort study. In: the bmj, Vol. 365, l1949.
(4) K.D. Hall et al. (2019): Ultra-Processed Diets Cause Excess Calorie Intake and Weight Gain: An Inpatient Randomized Controlled Trial of Ad Libitum Food Intake. In: Cell Metabolism, Vol. 30, Nr. 1, S. 67-77.
(5) R.J. Stevenson (2020): Hippocamal-dependent appetitive control is impaired by experimental exposure to a Western-style diet. In. Royal Society Open Science, Vol. 7, Nr. 2.
(6) Wie Körper und Gehirn unter Pizza, Burger und Co. leiden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2020. Online unter https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/fast-food-konsum-schaedlich-fuer-koerper-und-gehirn-16641576.html
Herzhelfer #12: FAQ
Franziska Schiewe
Kannst Du glauben, dass unser Herzhelfer nun schon bald ein Jahr alt ist? Im Oktober 2019 haben wir den Herzhelfer als kostenloses Online-Magazin ins Leben gerufen. Unser Ziel war es, den Menschen, die auf unserem Portal ihr Herzalter bestimmt hatten, die wichtigsten Infos, Tipps und Tricks rund um eine herzgesunde Ernährung an die Hand zu geben. Wir sind sehr erfreut, dass wir im letzten Jahr über 3.000 Abonnenten gewinnen konnten, die wir regelmäßig informieren dürfen.
Um uns für Eure Treue zu bedanken, haben wir uns etwas ganz Besonderes ausgedacht: Wir haben Euch im letzten Herzhelfer #11 gebeten, uns Eure Fragen rund um das Thema „herzgesunde Ernährung“ zu stellen, die noch offengeblieben sind. An dieser Stelle: Danke für Eure zahlreichen Fragen! Wir haben uns sehr über das rege Interesse gefreut 😊.
Aus allen Zuschriften haben wir die spannendsten und am häufigsten gestellten Fragen herausgesucht und sie im Herzhelfer beantwortet. Es geht dabei um herzgesunde Ernährung und
- wie Du diese im Alltag umsetzt
- vegetarisch/vegan
- Fertiggerichte
- Zucker
und vieles mehr.
Gespannt? Aber noch kein Abonnent unseres Herzhelfers? Dann klick‘ hier und hol‘ das schnell nach! Du erhältst dann zu Beginn jeden Monats eine Mail, sobald der neue Herzhelfer online gegangen ist und kannst ihn Dir downloaden. Die bisherigen Herzhelfer-Ausgaben rund um eine herzgesunde Ernährung stehen Dir außerdem sofort zum Download bereit. Der Herzhelfer ist kostenfrei und jederzeit kündbar.
Mit der Ausgabe #12 des Herzhelfers sind wir am Ende unserer Themenreihe „herzgesund essen“ angekommen. Das ist aber nicht das Ende des Herzhelfers. Im Gegenteil! Jetzt geht es erst richtig los. Was das heißt? Das erfährst Du am 01. Oktober, wenn der nächste Herzhelfer #13 online geht. Sei gespannt!
Gesunde Fette im Alltag: So geht's!
Franziska Schiewe
Na, gehörst Du auch zu den Menschen, die Angst vor Fetten haben? Obwohl es mittlerweile längst wissenschaftlich widerlegt ist, denken immer noch viele Menschen, dass eine fettarme Ernährungsweise gesund ist (1,2). Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Besonders die ungesättigten Fettsäuren aus Fisch, pflanzlichen Ölen und Nüssen wirken sich positiv auf unsere Herzgesundheit aus (2). Teilweise ist es sogar essenziell, dass wir sie über die Nahrung aufnehmen, da unser Körper sie nicht selbst bilden kann (3).
Du hast in unserem ersten Blogbeitrag zu Fetten schon gelesen, dass es auf die Art der Fette ankommt: Gesättigte Fettsäuren, die häufig in fettreicher Wurst, Milchprodukten wie Käse und Sahne, Süßigkeiten, Snacks, Backwaren und Fertigprodukten vorkommen, solltest Du eher meiden. Hingegen sind die ungesättigten Fettsäuren aus den folgenden drei Lebensmittelgruppen gut für Dich und Dein Herz (4):
Fettreicher Seefisch…
…ist zum Beispiel Lachs, Hering, Makrele, Thunfisch oder Sardinen (5). Diese Sorten liefern Dir die herzgesunden Omega-3-Fettsäuren, von denen wir eher zu wenig aufnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, 1- bis 2-mal in der Woche Fisch zu essen (6,7).
Aber Obacht: Wenn Du Fisch kaufst, solltest Du dabei auf Bio- und Umweltsiegel achten. Denn wir wollen ja nicht, dass unseren Weltmeeren die Fische ausgehen, oder? Triff‘ daher also eine nachhaltige Wahl und kaufe lieber selten, aber dann qualitativ hochwertigen Fisch. Hier findest Du einen Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte des WWF.
Pflanzliche Öle…
…wie Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl, Sonnenblumenöl oder Sojaöl enthalten viele ungesättigte Fettsäuren. Diese können sich positiv auf unsere Herzgesundheit auswirken. Natürlich soll Dein Essen nicht in Öl ertrinken, aber zwei bis drei Esslöffel am Tag dürfen es schon sein. Statt Dein Brot dick mit Butter zu beschmieren (die viele der ungesunden, gesättigten Fettsäuren enthält), solltest Du es also künftig besser in etwas Olivenöl tunken (4).
Nüsse…
…aller Art (mit Ausnahme der Kokosnuss) sind sehr herzgesund. Einige Beispiele sind Mandeln, Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Haselnüsse, Paranüsse oder Erdnüsse. Nüsse passen eigentlich zu allem, ob herzhaft oder süß, Frühstück, Mittag, Abendessen oder für zwischendurch. Du kannst sie fettfrei in der Pfanne anrösten und über Deinen Salat oder Deine Suppe geben, aber auch im Müsli oder für den kleinen Hunger zwischendurch machen sie eine gute Figur. Apropos Figur: Gesunde Fette in den Nüssen sind immer noch Fette – und damit relativ energiereich. Daher solltest Du pro Portion immer nur eine kleine Handvoll essen.
Diese Faustregeln kannst Du Dir merken:
- Flüssige Öle sind in der Regel gesünder als feste Fette. Das liegt daran, dass ungesättigte Fettsäuren meist flüssig sind, während gesättigte Fettsäuren oft fest daherkommen. Ein Beispiel dafür ist Rapsöl gegenüber Butter zum Anbraten: Rapsöl ist die gesündere Wahl.
- Pflanzliche Fette sind in der Regel gesünder als tierische. Eine Ausnahme davon kennst Du nun schon: Die fettreichen Seefische enthalten auch viele herzgesunde Fettsäuren (Wiederrum eine Ausnahme davon ist der Aal, der mit seinem hohen Gehalt an gesättigten Fetten eher gemieden werden sollte.) Aber grundsätzlich übertrumpfen die pflanzlichen Fette (z.B. Raps- und Olivenöl, Nüsse, Samen, Kerne, Avocado) die tierischen Fette (z.B. Butter, Schmalz, oder fettreiche Fleisch- oder Milchprodukte wie Wurst oder Käse) in Sachen Gesundheit.
Quellen
(1) F.M. Sacks et al. (2017): Dietary Fats and Cardiovascular Disease: A Presidential Advisory From the American Heart Association. In: Circulation, Vol. 136, S. e1-e23. Online unter https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/CIR.0000000000000510
(2) Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V., Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e.V. (2013): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“. Version 2.0. Online unter https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/DAG-LL-Gesamtdokument-Mat-18.pdf
(3) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2020): DACH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.
(4) Assmann-Stiftung für Prävention (2020): Herzgesund essen. Fett ist nicht gleich Fett. Herzhelfer 2019/2020.
(5) Assmann-Stiftung für Prävention (2020): Gesunde Ernährung. Online unter https://www.assmann-stiftung.de/gesunde-ernaehrung/
(6) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2020): Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Online unter https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/
(7) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2016): Regelmäßig Fisch auf den Tisch! Online unter https://www.dge.de/presse/pm/regelmaessig-fisch-auf-den-tisch/
COVID-19 sportlich nehmen
Franziska Schiewe
Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben verändert. Weil wir durch #stayhome, Homeoffice und Co. viel mehr Zeit zuhause verbringen, kommt leider vor allem eins zu kurz in unserem neuen Corona-Alltag: die Bewegung. Der Weg zur Arbeit fällt nun vielfach aus, stattdessen muss man es morgens nur noch pünktlich aus dem Bett und an den heimischen Schreibtisch schaffen. Freizeitveranstaltungen inklusive Sportwettkämpfe sind abgesagt, Sportstätten wie Schwimmbäder, Fitnessstudios, etc. können nur noch unter Auflagen und damit von wenigen Menschen gleichzeitig genutzt werden. Es ist nicht leicht, in diesen Zeiten in Bewegung zu bleiben.
Das ist fatal, denn im Falle einer COVID-19-Erkrankung kannst Du sogar von Deiner körperlichen Fitness profitieren. Wer regelmäßig Sport treibt, ist zwar nicht besser vor einer Infektion mit dem Virus geschützt. Allerdings wird dadurch das Risiko für einen schweren oder sogar tödlichen Krankheitsverlauf reduziert. Außerdem kann eine gute körperliche Fitness dazu beitragen, sich schneller wieder von einer COVID-19-Erkrankung zu erholen (1).
Warum hilft körperliche Fitness im Falle einer COVID-19-Erkrankung?
Erstens: Sport stärkt das Immunsystem. Es kann sich somit besser auf die Verarbeitung einer Infektion einstellen und diese erfolgreich bekämpfen (1,3).
Zweitens: Regelmäßige Bewegung wirkt der Entwicklung von Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf entgegen. Zu den Faktoren, die das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen, zählen unter anderem starkes Übergewicht, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (2). Besonders mittelmäßig anstrengende Ausdaueraktivitäten wie laufen, Rad fahren oder schwimmen scheinen hilfreich zu sein, um seinen Körper vor einem schweren COVID-19-Verlauf zu schützen (1).
Regelmäßige Bewegung auch in Zeiten der Pandemie sinnvoll
Allerdings gilt: Die Abstandsregelungen haben immer die höchste Priorität! Das solltest Du bei all‘ Deinen sportlichen Aktivitäten berücksichtigen. Und: Wenn Du Dich nicht fit fühlst, etwa schwach, abgeschlagen oder erkältet, solltest Du tunlichst eine Sportpause einlegen (4). Wenn Du befürchtest, Dich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, rufst am besten Deinen Hausarzt an. Dieser kann Dir sagen, was nun zu tun ist.
Achtung: Genesen ist nicht gleich gesund!
Wer eine Coronavirus-Infektion durchgemacht hat, sollte nicht allzu schnell wieder sportlich durchstarten. Denn als Folge der Infektion können etwa die Funktion der Lunge und die Leistungsfähigkeit des Körpers noch längere Zeit beeinträchtigt sein. Auch besteht wie bei jeder Viruserkrankung die Gefahr, dass der Herzmuskel einen Schaden erlitten hat (1,5). Sprich‘ daher immer erst mit Deinem Arzt, bevor Du sportlich wieder aktiv wirst.
Quellen
(1) T. Kron (2020): COVID-19 sportlich nehmen: Wer sich fit hält, beugt schweren Verläufen vor und erholt sich nach Erkrankung schneller. In: MedScape.
(2) E.J. Williamson et al. (2020): Factors associated with COVID-19-related death using OpenSAFELY. In: Nature.
(3) Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention – Deutscher Sportärztebund (2020): In Bewegung bleiben in Zeiten des Coronavirus.
(4) I. Ueberschär (2020): Sport in Zeiten der Coronakrise. Stellungnahme des Sächsischen Sportärztebundes/MEDIAN Sportmedizinisches Institut Leipzig.
(5) A.M. Nieß et al. (2020): Position Stand: Return to Sport in the Current Coronavirus Pandemic (SARS-CoV-2/COVID-19). In: German Journal of Sports Medicine, Vol. 71, Nr. 5.
Ballaststoffe - garantiert kein unnötiger Ballast
Franziska Schiewe
Hast Du schon mal was von Ballaststoffen gehört? Sie sind Bestandteile von pflanzlichen Lebensmitteln. Im Gegensatz zu anderen Nährstoffen, die wir mit der Nahrung aufnehmen, können Ballaststoffe in unserem Magen-Darm-Trakt nicht einfach abgebaut und in den Blutkreislauf aufgenommen werden (1). Zum Glück! Denn sie erfüllen dort wichtige Funktionen:
- Sie sind das „Futter“ für die Bakterien, die in unserem Darm leben.
- Sie verdicken den Nahrungsbrei im Darm und verbessern damit die Konsistenz unseres Stuhls (2). Eklig? Vielleicht. Aber auch sehr nützlich!
- Sie verlängern das Sättigungsgefühl und können daher dazu beitragen, dass Du Dein Normalgewicht hälst oder sogar abnimmst (2,3).
- Sie können sich positiv auf Deine Blutfettwerte auswirken (2,4,5).
- Sie beeinflussen unseren Kohlenhydratstoffwechsel, unter anderem indem sie die Nüchtern-Blutglucose senken (2).
Dank der genannten Features senkt eine hohe Ballaststoffaufnahme das Risiko für Typ 2 Diabetes mellitus, Bluthochdruck, die Koronare Herzkrankheit, krankhaftes Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und bösartige Dickdarmtumore (2,4-6). Klingt ziemlich gut, oder?
Mit diesen Lebensmitteln nimmst Du die meisten Ballaststoffe auf
- Vollkorngetreideprodukte wie Vollkornbrot & -brötchen, -nudeln, -reis, etc.
- Gemüse wie Möhren oder Paprika
- Obst, insbesondere Beeren
- Hülsenfrüchte wie Kidneybohnen oder weiße Bohnen (2,4,5,7)
Wichtig: Am besten isst Du Obst und Gemüse mit Schale – darin und darunter stecken neben den meisten Ballaststoffen auch die meisten Nährstoffe. Wäre doch zu schade, wenn die ungenutzt im Müll landen würden, oder?
Wie viele Ballaststoffe pro Tag sind empfehlenswert?
Was das Thema Ballaststoffen angeht, schlagen wir uns in Deutschland schon ganz gut: Rund 23 g (Frauen) bis 25 g (Männer) nehmen wir im Durchschnitt am Tag auf (2). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich 30 g aufzunehmen. Doch wie schafft man dieses kleine Quäntchen, was noch zum perfekten Ballaststoffglück fehlt?
Ganz einfach: Ersetze ballaststoffarme Lebensmittel durch ballaststoffreiche Alternativen. Hier ein paar Beispiele:
Tabelle 1: Austausch ballaststoffarmer durch ballaststoffreiche Lebensmittel, adaptiert nach (2)
| ballaststoffarmes Lebensmittel | Ballaststoffgehalt | ballaststoffreiche Alternative | Ballaststoffgehalt |
| 2 Scheiben Toastbrot | 1,5 g | 1 Scheibe Vollkornbrot | 4 g |
| 100 g Weintrauben | 1,6 g | 1 Apfel | 2,5 g |
| 200 g Nudeln | 3,8 g | 200 g Vollkornnudeln | 10 g |
| 1 Schale Götterspeise | 0 g | 1 Schale rote Grütze | 2,5 g |
| 3 Butterkekse | 0,5 g | 3 Vollkornkekse | 2,6 g |
| 2 Scheiben Mischbrot | 4,2 g | 2 Scheiben Vollkornbrot | 8,2 g |
| 2 Gewürzgurken | 0,8 g | ½ Paprika | 3,6 g |
| 40 g Chips | 1,7 g | 40 g Mandeln | 4,5 g |
Das klingt machbar, oder? Du siehst, Du hast wirklich bei jeder Mahlzeit die Wahl: Möchtest Du lange und zufrieden satt sein und Deiner (Darm-)Gesundheit etwas Gutes tun? Dann greif‘ doch öfter mal zu Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Guten Appetit!
Quellen
(1) H.D. Holscher (2017): Dietary fiber and prebiotics and the gastrointestinal microbiota. In: Gut Microbes, Vol. 8, Nr. 2, S. 172-84.
(2) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2012): Mehr Ballaststoffe bitte! Ballaststoffzufuhr lässt sich im Alltag leicht steigern. Online unter https://www.dge.de/presse/pm/mehr-ballaststoffe-bitte/
(3) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2020): D-A-CH Referenzwerte. Ballaststoffe.
(4) A. Brodmerkel (2019): Meta-Analyse klärt für die WHO, wie viele und welche Ballaststoffe Herzleiden, Diabetes und Co. am besten vorbeugen. In: MedScape.
(5) American Heart Association (2016): Whole Grains, Refined Grains, and Dietary Fiber. Online unter https://www.heart.org/en/healthy-living/healthy-eating/eat-smart/nutrition-basics/whole-grains-refined-grains-and-dietary-fiber
(6) S. Fuller et al. (2016): New Horizons for the Study of Dietary Fiber and Health: A Review. In: Plant Foods for Human Nutrition, Vol. 71, Nr. 1, S. 1-12.
(7) U. Wahrburg, S. Egert (2018): Die große Wahrburg/Egert Kalorien- & Nährwerttabelle. Trias Verlag.
Herzhelfer #11: Mediterrane Küche
Franziska Schiewe
Eine Ernährung in Anlehnung an die Essgewohnheiten in den Mittelmeerländern gilt seit langem als gesund. Das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen: Menschen, die sich nach der traditionellen mediterranen Kost ernähren, sind seltener übergewichtig und haben seltener Herzinfarkte und Krebserkrankungen (1,2).
Aber Achtung, das solltest Du nicht verwechseln: Mit der Mittelmeerkost, um die es hier geht, ist die traditionelle mediterrane Küche gemeint, die bis in die 1960er Jahre in den Mittelmeerländern typisch war. Heutzutage haben unsere südlichen Nachbarn sich mehr und mehr unserer westlichen Ernährungsweise angepasst. Das heißt: mehr Fertigprodukte, weniger frisches Kochen, mehr ungesunde Fette.
Doch wie geht das überhaupt, traditionell mediterran kochen? Hier kommen die 5 Basics:
- Obst und Gemüse sind die Grundlage fast jeder Mahlzeit in der mediterranen Küche.
- Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen als pflanzliche Proteinquelle gibt es zum Beispiel püriert als Brotaufstrich oder Pesto oder gehackt in Salaten und Gemüsepfannen.
- Frischer Fisch wird mehrmals wöchentlich gegessen, aber nicht paniert.
- Olivenöl kalt oder warm, zu Brot, Pasta, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchten – geht immer!
- Frische Zutaten statt Fertigprodukte ist das Motto in der mediterranen Küche.
Du hast den kostenlosen Herzhelfer noch nicht abonniert? Dann klicke hier und hole das schnell nach! Du erhältst dann zu Beginn jeden Monats eine Mail, sobald der neue Herzhelfer online gegangen ist und kannst ihn Dir downloaden. Die bisherigen Herzhelfer-Ausgaben rund um eine herzgesunde Ernährung stehen Dir außerdem sofort zum Download bereit. Der Herzhelfer ist kostenfrei und jederzeit kündbar.
Aufgepasst: Der nächste Herzhelfer wird ein XXL-FAQ zum Thema „herzgesunde Ernährung“. Das bedeutet, Du hast die Chance, uns alle Fragen zur herzgesunden Ernährung zu stellen, die Du noch hast. Was ist unklar geblieben oder worüber möchtest Du mehr erfahren? Schick‘ uns Deine Fragen einfach per Mail an herzalter@assmann-stiftung.de oder schreibe uns bei Instagram, Facebook oder Twitter. Die Antworten darauf findest Du dann mit etwas Glück im nächsten Herzhelfer, der Anfang September erscheint.
Quellen
(1) R. Estruch et al. (2013): Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet. In: The New England Journal of Medicine, Vol. 368, S. 1279-90.
(2) L. Van Horn et al. (2016): Recommended Dietary Pattern to Achieve Adherence to the American Heart Association/American College of Cardiology (AHA/ACC) Guidelines: A Scientific Statement From the American Heart Association. In: Circulation, Vol. 134, S. 00-00.
3 Dinge, die Du bestimmt noch nicht wusstest über...Fette
Franziska Schiewe
Mit Fett widmen wir uns nun dem dritten und wahrscheinlich am meisten gefürchteten Makronährstoff (über Kohlenhydrate haben wir hier und hier schon geschrieben, die Blogbeiträge zu Protein findest Du hier, hier und hier). Viele Leute haben Angst davor, weil Fette als sehr energiereich gelten. Und das stimmt: Sie liefern pro Gramm mehr als doppelt so viel Energie wie Proteine oder Kohlenhydrate (1). Trotzdem ist Fett extrem (herz-)gesund – wenn man das Richtige isst.
Fette bestehen aus Fettsäuren. Davon gibt es unterschiedliche Sorten (1):
- trans-Fettsäuren
- gesättigte Fettsäuren
- ungesättigte Fettsäuren (einfach/mehrfach)
Doch was ist davon jetzt „das richtige Fett“? Welche Fettsäuren sind gesund, welche sollten wir eher meiden? Und was ist dran an dem Trend „fettarm“? Hier kommen unsere Top 3 Fakten über Fett:
1. Gesättigte Fettsäuren können sich negativ auf Deine Herzgesundheit auswirken (2).
Wir nehmen zu viele gesättigte Fettsäuren auf. Das kann sich schlecht auf unsere Blutfettwerte, etwa den Cholesterinspiegel, und damit auch auf unsere Herzgesundheit auswirken (2).
Unsere Hauptquellen für gesättigte Fettsäuren? Fettige Wurst und Käse, Sahne, fettreiche Süßigkeiten, Snacks, Backwaren und Fertigprodukte. Du merkst schon: Gerade die fettreichen tierischen Produkte haben es in sich. Daher heißt die Devise: Vorzugsweise fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch und magere Wurst. Fettreiche Snacks wie Croissant, Chips und Co. solltest Du nur ausnahmsweise genießen (2).
Heißt das jetzt, dass eine herzgesunde Ernährung zwangsläufig fettarm ist? Mitnichten!
2. Wenn Du in Deiner Ernährung gesättigte durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt, kannst Du damit Dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren (3).
Von den ungesättigten Fettsäuren sollten wir sogar mehr essen, als wir es aktuell tun. Denn indem wir weniger gesättigte und mehr ungesättigte Fettsäuren aufnehmen, tun wir unserem Herz etwas Gutes.
Die besten Quellen für einfach ungesättigte Fettsäuren sind pflanzliche Öle wie Raps- oder Olivenöl. Die meisten mehrfach ungesättigten Fettsäuren befinden sich in fettreichem Seefisch. Auch Nüsse sind reich an ungesättigten Fetten und damit eine klare Empfehlung in Sachen herzgesunde Ernährung (2-4).
3. Eine fettarme Ernährungsweise ist nicht empfehlenswert (3).
Auch wenn fettarme Diäten (auch als „low-fat“ bezeichnet) nach wie vor fleißig beworben werden – sie sind weder herzgesund noch helfen sie Dir dabei, erfolgreicher abzunehmen. Das ist mittlerweile wissenschaftlich vielfach belegt (3,5). Was viele außerdem vergessen: Neben der Funktion als Energielieferant ist Fett auch der Transporter für die fettlöslichen Vitamine E, D, K und A (1). Damit wir mit diesen Vitaminen optimal versorgt sind, ist es also unerlässlich, genügend Fett aufzunehmen.
Das Motto lautet also – wie so oft in der Ernährung – Klasse statt Masse. Wir müssen uns vor Fett nicht fürchten, solange wir das Richtige essen. Ein Extralöffel Olivenöl über den Salat, eine Handvoll Nüsse als Zwischenmahlzeit oder eine Portion Lachs zum Abendessen – all das sind wahre Wohltaten für unsere Herzgesundheit. Also ran an die gesunden Fette!
Du möchtest mehr über herzgesunde Fette lernen? In verschiedenen Ausgaben unseres kostenlosen Online-Magazins, dem Herzhelfer, haben wir schon darüber geschrieben, unter anderem im Herzhelfer 4, 5 und 6. Wenn Du den Herzhelfer noch nicht abonniert hast, kannst Du das hier tun: Jetzt kostenlos abonnieren!
Quellen
(1) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2015): D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.
(2) Assmann-Stiftung für Prävention (2020): Herzgesund essen. Fett ist nicht gleich Fett. Herzhelfer 2019/2020.
(3) F.M. Sacks et al. (2017): Dietary Fats and Cardiovascular Disease: A Presidential Advisory From the American Heart Association. In: Circulation, Vol. 136, S. e1-e23. Online unter https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/CIR.0000000000000510
(4) Assmann-Stiftung für Prävention (2020): Herzgesund essen. Der Fisch als Herzschützer. Herzhelfer 2019/2020.
(5) Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V., Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e.V. (2013): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“. Version 2.0. Online unter https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/DAG-LL-Gesamtdokument-Mat-18.pdf









